Neu im Katalog: Mundart


Drei Künstler und Tagediebe stolpern in dieser tragisch-komischen Geschichte durch das neblige Olten: Jackpot, der erfolglose Schriftsteller, der auf Hunde und Pferde wettet, und die beiden Maler Louis und Grunz, die das Leben und die Schönheit lieben. Ihre Hingabe zur Kunst und zu den kleinen Freuden des Alltags scheint die drei Freunde zu erfüllen. Das Schicksal meint es gut mit denen, die wenig verlangen und viel geben. Doch dann tritt die schöne Fanny in ihr Leben. Allein durch ihre Präsenz bringt Fanny das scheinbar stabile Gleichgewicht der Männerfreundschaft ins Wanken. Mit der Leichtigkeit des Seins ist es bald vorbei. Jeder begehrt Fanny, aber keiner scheint zu verstehen, was Fanny begehrt.


Die "Tagesschau" schaut Bethli schon lange nicht mehr, weil sie nicht mehr sehen will, "was aues Verruckts passiert uf dere Wäut". Doch die Welt ist auch vor Bethlis Tür nicht heil: Da liegt eine Fremde im Brunnentrog, und die will partout nicht mehr raus aus dem Wasser. In seinem ersten Roman nimmt uns Ernst Burren mit zur Familie Abegglen, zu Menschen mit grossen Hoffnungen und kleinen Lügen, und alle sehnen sie sich nach einem besseren Leben. Anni schwärmt auch im hohen Alter noch für John Wayne. Turi möchte ein Wohnmobil samt einer jüngeren Frau. Reto enttäuscht seinen Vater, weil er nicht ein Lionel Messi werden will. Jasmin reist nach Kopenhagen zu einer Samenbank, und Fridu wünscht Fränzu, seinem Ross, stets eine gute Nacht und tätschelt ihm den Hals, "was är", wie Bethli sagt, "mit mir nie macht".


«IM LOUF VO DE LESCHTE 72 JAHRE BI - N I SCHO VERSCHIEDENE LÜTE U KREATURE BEGÄGNET. Die Begägnigi alu ufzzele füerti z wyt, das gebi es unerchannt dicks u vilicht och es längwyligs Buech. Drum ha-n i nume eso-n es paar usapickt.» Fritz Müllener, am 2. Juni 1940 in Bissen bei Gstaad geboren, erzählt in schönstem Saanen-Dialekt und mit einem wunderbaren Sinn für Humor von Begegnungen und Erlebnissen mit Menschen und Tieren, die ihm während seiner langjährigen Tätigkeit als Bergbauer, Skilift- und Gondelmitarbeiter, aber auch auf Reisen und Wanderungen widerfahren sind.


I bruuche nid uf e Mount Everest z schtige, für z merke, dass i aut bi, so wie die Japanerin Tamae Watanabe, sagt Bethlis Mann. Dass er bald 70 wird, merkt er im Garten beim Jäten. Vergänglichkeit ist nicht mehr etwas Fernes. Doch Sehnsüchte haben sie noch immer, die Protagonisten in Burrens Geschichten. Auch wenn der Weissenstein näher ist als die Malediven. Seit 44 Jahren schreibt Ernst Burren beharrlich in Mundart. Mit eindrücklicher Konsequenz schreibt er weiter an seinem grossen Lebensbuch: Geschichten, die viel präziser als manche Lebensgeschichte, die zwischen Buchdeckel gepresst wird, Einblicke in unseren Alltag geben. Am 20. November 2014 wird Ernst Burren 70. Dieser Dichter ist kein Idylliker, er fabriziert keine Heimatkunst. Es geht ein Riss durch seine Welt, und im Lich


Pedro Lenz ist Schriftsteller und Kolumnist, liest solo und mit Autorenkollegen auf Spoken-Word-Bühnen - und er macht auch "Radio": Von 2007 bis 2011 und seit Frühling 2014 gehört er zum Autorenteam der "Morgengeschichten" auf SRF 1.
Die 90 schönsten Geschichten, die erstmals in Buchform vorliegen, spielen dort, wo sich die Menschen begegnen: an der Bushaltestelle, in der Beiz, in Läden, im Zug, an der Altglas-Sammelstelle. Lenz Protagonisten reden miteinander, manchmal aneinander vorbei - aber immer sind sie im Gespräch. Und geben so, ganz beiläufig, Einblick in ihr Leben in der Schweiz und in ihre Sicht auf die Welt. Dass uns diese Menschen und Situationen so vertraut vorkommen, liegt an Pedro Lenz Fähigkeit, mit liebevoll-kritischem Blick und rhythmischem Gespür aus alltäglichen Situationen literarische Kunststücke, ja eigentliche Mini-Dramen zu formen.


Andreas Neeser präsentiert neue Mundart-Texte: kurze Erzählungen, oszillierend zwischen Aufbegehren und Resignation, Angst und Hoffnung, Düsterkeit und Licht.
In bild- und klangstarker Sprache erkundet Neeser die (Un-)Möglichkeiten einer selbstbestimmten Existenz in einer abgründig kleinen Dorfwelt. Seine Gestalten kämpfen auf ihre ganz eigene Weise um ihren Platz im Dasein: der Junge, der sich im Heu versteckt, um endlich mal gesehen zu werden; das Mädchen, das dem Lehrer selbst verfasste Gedichte zeigt und auf ein Echo hofft; die alte Frau, die mit dem leeren Kinderwagen ausgeht; die Frau, die aus dem Dorf wegzieht, weil sie die Sirene des Krankenwagens nicht mehr erträgt; der Bub, der sich im Schneesturm verirrt und einen Vater findet; der Bauer, der ohne seine Kühe auch im Ernstfall nicht im Zivilschutzkeller Schutz suchen würde, oder der Alte, der glaubt, übers Wasser gehen zu können.
Ob sie aufbrechen oder zurückbleiben, ihr Leben selbst in die Hand nehmen oder nur Zuschauer am Rand sind, ob sie noch Fragen stellen, wie die Kinder, oder sich keine Antworten mehr zu geben haben Neesers kleine Helden berühren, so, wie sie sind. Und sie machen Hoffnung, auch und gerade im Scheitern. Hoffnung auf ein besseres Leben im Eigenen.